#Heisser Herbst an der #UniHH?

Hamburg und seine Universität,  Hamburg und seine Hochschulen.  Ihre Beziehung ähnelt einer Hassliebe. Einerseits schämen sich die Honoratioren für das städtische Bildungssystem und fordern eine andere Bildungspolitik. Andererseits betonen die Hochschulen ihre Exzellenz. Die einen fordern große Reformen. Die anderen betonen die Unterfinanzierung. So beschließt der akademische Senat der Universität, das aktuelle Semester zu einem des Protests zu machen, zu einem heißen Herbst. Im Kern heißt das  natürlich eine Forderung nach mehr Geld. Zugegeben, es geht nicht nur um Geld sondern auch um die schlechte bauliche Substanz. Auch wennich nichtmehr Mitglied der Universität Hamburg bin im folgenden eine imaginäre Rede an den akademischen Senat, die diesen letzteren Aspekt ausblendet.

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Lehrende, Forschende, Studierende und sehr geehrtes TVP

selbstverständlich kann mehr Geld die Qualität der Universität in Forschung, Lehre und Bildung verbessern. Ich habe jedoch zwei Fragen. Zum einen, können wir wirklich die Stadt in Zeiten der Schuldenbremse auffordern, den Hochschulen mehr Geld zu geben? Wie wollen wir für mehr Hochschulfinanzierung plädieren, ohne dabei Kürzungen in Bereichen wie Infrastruktur, Soziales, innere Sicherheit oder frühkindliche und Schul-Bildung zu fordern? Und kommen Sie mir nicht mit der Elbphilharmonie oder Olympia. Ich werde später noch eine sehr kurze Antwort geben. Zum zweiten, und für mich wichtiger, sollten wir nicht uns als Universität zunächst selbst fragen, wo können wir uns verbessern. Das beginnt bei unseren Finanzen. Zum Beispiel:ist unsere Verwaltung unter Umständen zu groß? Könnten flachere Strukturen, weniger Bürokratie Mittel freistellen und die Arbeitsatmosphäre verbessern sowie auf diesem Weg unsere Bildung, Lehre und Forschung auch? Können wir unsere Studiengänge verbessern in Angebot, Form und Inhalt? Ich sage ja. Können wir die Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichem Nachwuchs so gestalten, dass er besser qualifiziert ist und zudem vielleicht auch geneigter den Ruf der Universität in die Welt zu tragen? Könnten wir nicht zum Beispiel dies erreichen und zudem das Ansehen in der Forschung erhöhen, indem wir den Nachwuchs kontinuierlich in die Lehre und die Einwerbung von Forschungsmitteln einbinden. Das mag an einigen “Lehrstühlen”, die es hier so nicht gibt, Gang und Gäbe sein, es ist es nicht universitätsweit.

Wenn wir uns an die eigene Nase gefasst haben, und uns intern zu einer Qualitätsoffensive entschlossen haben, dann können wir gerne zum Senat gehen und sagen: wenn Ihr eine nicht nur innerlich exzellente Universität wollt, sondern einen echten Leuchtturm, dann gebt uns mehr Geld; und übrigens, unsere Volkswirtschaftler, Politologen und Sozialwissenschaftler haben in Kooperation mit den Ingenieuren von der Technischen Universität und der Hochschule für angewandte Wissenschaften ausgerechnet, wie man alle wichtigen Bereiche inklusive der Hochschulbildung vernünftig in einem Haushalt vereint.

Schönen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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